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VEREINSGESCHICHTE

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Die Entwicklung des Schießsports in Zella-Mehlis
seit der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990

In Zella-Mehlis ist die Schützentradition seit 1526 nachweisbar.
Auch in der Zeitspanne der ehemaligen DDR pflegte eine Reihe von Sportschützen unter der staatlichen Leitung der „Gesellschaft für Sport und Technik“ (GST) das sportliche Schießen.
Nach der deutschen Wiedervereinigung und der Auflösung der GST bestand bei vielen dieser Schützen der Wunsch, ihren Sport weiter zu betreiben. Ein ehemaliger Mitarbeiter des GST – Kreisvorstandes, Herr Konrad Herrmann, erkannte diesen Wunsch und machte sich zum Sprecher für eine Vereinsgründung. Er lud schriftlich etwa 40 ehemalige Sportschützen zu einer Beratung zwecks Gründung eines Vereins ein. Da diese erste Beratung infolge der Unkenntnis über die neuen Verfahrensweisen einer Vereinsgründung ergebnislos verlief, fanden in kurzen Abständen weitere Zusammenkünfte statt. Diese blieben vorerst ebenfalls ohne Erfolg.
Bei einer Zusammenkunft Anfang April 1990 war nur die Hälfte der ansonsten Anwesenden erschienen. Es fehlten hauptsächlich die Mitglieder der ehemaligen Grundorganisation der Schützen der „Metallhandwerksgenossenschaft“ (Mehag).
Auf Anfrage erklärte Herr Herrmann, dass diese Schützen gern unter sich bleiben wollten und deshalb beabsichtigten, einen eigenen Verein zu gründen. Daraufhin äußerte Herr Alf Treumann spontan, dass die 22 verbliebenen Schützen nunmehr sofort auch einen eigenen Verein gründen sollten. Dies geschah auch am gleichen Tag und die Anmeldung beim Amtsgericht vollzog sich unmittelbar danach und noch vor den ehemaligen „Mehag-Schützen“.

Im April 1990 gründeten diese 22 Männer aus Zella-Mehlis (19) und Suhl (3) die „Schützenvereinigung Zella-Mehlis“. Der Eintrag in das Vereinsregister erfolgte am 26. April 1990 unter der laufenden Nummer 11.
Die Gründung und die Namensgebung basierten auf zwei Grundlagen:
1. Früher gab es in Zella-Mehlis zeitgleich bis zu 19 Schützenvereine (z. B. 1929) mit teilweise unterschiedlichen Interessen und Möglichkeiten. Um die künftigen Anforderungen (auch finanzielle Aufgaben) überhaupt erfüllen zu können, sollten alle Sportschützen in der Stadt zusammenhalten und die Kräfte bündeln, sich also „vereinigen“.
2. Eine „Schützenvereinigung“ kann sich traditionell auf das älteste nachweisbare Gründungsdatum aller Zella-Mehliser Schützenvereine beziehen. Es handelt sich hierbei um das Jahr 1526. Damals wurde erstmals die Existenz einer Schützengilde in Mehlis urkundlich belegt.

Am 03. Mai 1990 gründeten dann Mitglieder der ehemaligen Metall-Handwerks-Genossenschaft (Mehag), einige Bürger der Stadt, Albert Mahr vom Schießsportzentrum Suhl sowie das Patenkind des ehemaligen Schützenklubs, Manfred Petersen, den „Schützenklub 1891“. Dieser Verein wurde am 06. Juni 1990 unter Nummer 30 in das Vereinsregister eingetragen.

Beide Vereine sind seit 01. September 1990 Mitglieder des „Thüringer Schützenbundes“ (Gründungsmitglieder) und betrachteten den Thüringen-Schießstand als ihr Domizil.

Folgende sechs Disziplinen konnten nunmehr auf den vorhandenen Anlagen des Thüringen-Schießstandes geschossen werden:

- Luftgewehr
- Luftpistole
- Großkaliber-Sportpistole 
- KK-Sportpistole
- KK-Gewehr
- Freie Pistole

                                     
Neben dem Schießsport haben sich beide Vereine auch die Traditionspflege, das Vereinsleben und den Erhalt des Thüringen-Schießstandes als Hauptaufgaben gestellt.

Um den Fortbestand des Thüringen-Schießstandes zu ermöglichen und um die künftigen Aufgaben besser meistern zu können, schlossen sich, auf Betreiben der „Schützenvereinigung“, im Jahre 1993 beide Vereine zusammen. Nach den notwendigen Beschlüssen und den entsprechenden behördlichen Vorgaben wurde der neue Verein am 29. Januar 1993 in das Vereinsregister unter der Reg.-Nr. VR 30 eingetragen und trägt seitdem die Bezeichnung

„Schützenvereinigung - Schützenklub Zella-Mehlis 1891 e. V.“

Die Schützen waren schon in dieser Gründungsphase wieder feste Bestandteile des Vereinslebens der Stadt Zella-Mehlis.

Die seit 1990 bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zum „Schützenverein (SV) Grünthal 03 e. V.“ in Waldaschaff in Bayern (Schützenvereinigung) und zur „St. Sebastian Bruderschaft und Schützengilde 1357 e. V.“ in Andernach am Rhein (Schützenklub 1891) werden noch heute mit gegenseitigen Besuchen und anderen gemeinsamen Veranstaltungen gepflegt.

Am 14. August 1993 veranstaltete der Verein SVSK 1891 e. V. den ersten „Erich-Krempel-Pokalwettkampf“. Dieser sportliche Wettkampf wird seitdem jährlich durchgeführt.
Der Suhler Erich Krempel war der erste deutsche Schütze, der mit der Scheibenpistole 1939 Weltmeister wurde. Seit 1952 trainierte er auf dem Zella-Mehliser Thüringen-Schießstand sehr intensiv auch Nachwuchsschützen. 1993 wurde er postum zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

fahnenweihe

Am 25. Juni 1994 wurde die neue Vereinsfahne feierlich geweiht. Nach einem Umzug durch die Stadt fand eine entsprechende Festveranstaltung statt. Obwohl der evangelische Landesbischof den Pfarrern solche Weiheakte untersagt hat, hielt der damalige Ortspfarrer, Herr Hillger, eine denkwürdige Rede. Seine Gattin wurde die Fahnenpatin.

Bis 1994 war der Fortbestand der Schießanlage wegen ungeklärter Besitzverhältnisse sehr ungewiss. Das Grundstück wurde wegen seiner Nutzung durch die GST von der damals gebildeten „Treuhandanstalt“ als so genanntes „Sondervermögen“ eingestuft und sollte so rasch wie möglich verkauft werden. Investoren wie Autohändler, Tankstellenbesitzer und Baumarktbetreiber zeigten reges Interesse an der günstig gelegenen Grundstücksfläche.
Erst als 1994 die Verkaufsurkunde zum Thüringen-Schießstand von der Priv. Schützengesellschaft Zella St. Blasii an die Stadt Zella-Mehlis aus dem Jahre 1941 gefunden und vom Verein vorgelegt wurde, reagierte der damalige Bürgermeister, Herr Karl-Uwe Panse, sehr schnell und übergab den Thüringen-Schießstand per Erbbaurechtsvertrag an den Verein SVSK 1891 Zella-Mehlis e. V.

Die Vereinsmitglieder haben seit der Wiedergründung bereits viele gute sportliche Erfolge erzielt. So wurde z. B. bei den Landesmeisterschaften oft gewonnen und viele vordere Plätze erreicht.

Auf dem Gebiet der Traditionspflege und der geschichtlichen Erforschung des Zella-Mehliser Schützenwesens wird seit 1990 von einigen Vereinsmitgliedern ebenfalls erfolgreich gearbeitet. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem SB Jörg Hoffmann, den Mitarbeitern der Stadtverwaltung in den Museen und im Stadtarchiv sowie all den Personen, die diese Arbeit mit Bildmaterial, Dokumenten, Sachspenden und Leihgaben unterstützten.

Nach 1993 wurden in Zella-Mehlis noch zwei weitere kleine Schützenvereine gegründet.
Es sind dies die „Privilegierte Schützengesellschaft Zella St. Blasii e. V.“ und die „Schützenkompanie Zella-Mehlis e. V.“. Beide haben keine eigenen Schießstände, können aber die Nutzung des Thüringen-Schießstandes mit dem Verein „SV-SK Zella-Mehlis 1891 e.V.“ vereinbaren.

 

Stand: 10 / 2014
Quellen:

Archiv SV-SK Zella-Mehlis 1891 e. V.
Stadtarchiv Zella-Mehlis
Stadtmuseum Zella-Mehlis
(Archiv)

Alf Treumann
Joachim Thomas
Jörg Hoffmann

 

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